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„song for the last queen“

Ein künstlerisches Werk von Sybille Neumeyer, ausgestellt in der Galerie Renate Bender in München, Türkenstraße 11. Ca. 1500 tote Bienen, fixiert in kleinen Glasröhrchen, gefüllt mit Akazienhonig, zusammengefügt zu einem 150cm x 320cm großem Bild. 2016-1Durch die unterschiedlichen Positionen der einzelnen Bienen ergibt sich ein übergroßes Notenblatt. Was es mit dieser Notation aufsich hat, erfahren wir am 14. April um 19 Uhr beim Bender Talk:….Von Bienen und Kunst. Neben der anwesenden Künstlerin wird ein A-Capella-Quartett zur musikalischen Entschlüsselung dieses Bienencodes beitragen. Ein Lied für die letzte Königin – eine Provokation oder ein Hinweis auf das Unausweichliche. Die Menschen zerstören die Natur und im Endeffekt ihre eigenen Lebensgrundlagen. Die Bienen zeigen nach ihrem natürlichem Tode  uns den Zustand unserer Umwelt mit ihrem letzten Song an. Beeindruckend!

Mit Sybil2016-3le Neumeyer stellen noch sechs weitere KünsterInnen Ihre Werke „über den richtigen Einsatz von Wachs“ aus. IKARUS – DER ZWEITE VERSUCH heisst das gesamte Projekt der galeriebender.de

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Bienen bauen zb eine Wachwabe in einen Keilrahmen von Tim Ulrichs. Sie füllen die Zellen mit Honig und verschliesen ihn mit einem Wachdeckel. Aus ca. 1kg Wabenhonig wird ein „Strukturalistisches“ Naturkunst-Objekt für 2900€. Durch eine künstlerischen „Veredelungsprozess“ steigt der Preis um das Hundertfache. Nur wird dieser Honig nie auf ein Brot geschmiert. Der ist für gutes und wenig Geld  auf dem Bauernmarkt an meinem Honigstand erhältlich.

 

 

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Verkaufsstelle: Studio Wanderlust in München/Schwabing

Mal was anderes in Schwabing:  Mit leckeren Kaffeespezialitäten, feinen Kuchen nach raffinierten Rezepten sowie Bio-Erfrischungsgetränken lockt das Studio Wanderlust die Schwabinger in die Clemensstraße 59. Dazu gibt es den „Schwabinger Sommertraum“. Ein
sehr aromatischer Lindenhonig mit seinem unverkennbaren minzigen Geschmack.

2016-3 Gabriele Rottler zaubert jeden Tag ein besonderes Flair mit der einzigartigen Mischung aus Atelierbetrieb, einer Café Bar mit Emilo Kaffee sowie einem Ladenbereich mit tollen Einzelstücken: lässige Boho-Ledertaschen aus Mexiko, handgefertigt, jedes ein Einzelstück. Oder Mochilas aus Kolumbien, Münchner Kaffee, Schwabinger Bio-Honig, Tschechischer Bio-Cidre, witzige Shirts aus Bio-Baumwolle und vieles mehr… Ein Konzept, das sich selten findet und die Welt in der wir leben vereint an einem gemütlichen Ort zum ausruhen, ratschen, entdecken und sich wohl fühlen.

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Studio Wanderlust – Atelier, Laden, Café

Öffnungszeiten sind: Montag bis Freitag von 11 – 18:00 Uhr. Jeden Tag gibt es einen selbstgebackenen Kuchen sowie einen kleinen, herzhaften Mittagssnack.

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Frühlingsboten

Pünktlich zum Frühlingsanfang hält die Sal-Weide ihren Nekatrtrunk für die Bienen bereit. Die Temperaturen sind aber noch nicht soweit, dass die Bienen problemlos ausfliegen können. Mancherorts bei Sonnenschein und Windstille wagen sie sich an diese wichtige Nektarquelle. Erste Wachszellen füllen sich damit.

Eine erste Kontrollrunde zeigt eine gute Überwinterung.  Die Bienenkisten werden gewogen um den Anteil des 20160307-Waage_FarchachWinterfutters festzustellen. Genügend Voräte lassen mich beruhigt schlafen. In zwei bis drei Wochen sollten die Bienen bei ausreichenden Temperaturen auf neue gesammelten Nektar ihre Brut nähren.

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Auf der Biofach in Nürnberg 2016

Auf der Biofach in Nürnberg vertrat ich mit Ronald Popfinger am ersten Ausstellungstag am Stand die Demeterimker. Der erste Eindruck war ernuechternd. Gefühlt in Käfighaltung trafen wir in der Halle 7 im Demeterbereich ein. Schallschluckende Decken und Teppiche hinterlassen sofort ein dumpfes Kopfgeführ, als würde man in einem Aquarium dahintreiben. Irgendwie täuschte der Begriff Biofachmesse darüber hinweg, daß mit einem verschwenderischen Verbrauch an Resourcen ein unnützer Aufwand getrieben wird, wie bei jeder anderen Messe auch.

Trotzdem ist das der Treffpunkt von ca 48000 Besuchern, internationalen Händlern, Produzentinnen, Verarbeitern und Ladnerinnen, die durch die Hallen mit 2500 Ausstellern segeln um neue Kontrakte zu schließen. Oder ehemalige Kollegen und Bekannte aus der Ökoszene treffen. Oder so tun, als würden sie eine große Ladenkette vertreten, aber sie einfach nur durchschlemmen.

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Roland wird von einer Gruppe aus Frankreich mit Fachfragen konfrontiert.

Die Demeterimker glänzen mit einer ind1602biofach-3ividuellen Vielfalt im Auftritt, Honigglasgestaltung und Geschmack. Weil wir aber meist im Nebenerwerb arbeiten, heißt das auf der anderen Seite, daß es keine größeren Mengen von Bienenprodukten aus Demeter-Imkereien am Markt gibt. Eine Anfrage nach zwei Tonnen Akazienhonig eines Verarbeiters konnte ich doch vermitteln. Die Gespräche mit einem Hersteller von Geschenkkörben in Hongkong war für mich dann doch etwas skurril. Aber warum nicht: echter Stadthonig aus München in Hongkong. Naja, schau’n wir erstmal. Geredet wird viel. Ausserdem soll es in China, ja auch guten Honig geben. Damit ist nicht der Exporthonig gemeint, der in der Hauptsache bei den Verarbeitern landet, zb im Bio-Müsliriegel oder im Käse mit Honigsoße. Sondern der aus kleineren Imkereien stammt. Halt so wie bei uns Demeters. Wo Wert auf Qualität und Tierwohl gelegt wird.

 

 

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Frühjahrstagung der DEMETER-ImkerInnen in Bayern

Frühjahrstagung der DEMETER-ImkerInnen in Bayern
am Sonntag, 28. Februar 2016
von 9.00 – 17.00 Uhr
an der Freien Waldorfschule Landsberg/Lech

Einladung als PDF zum download

Die Arbeitsgruppe der Demeter-ImkerInnen in Bayern lädt recht herzlich ein zu unserem Frühjahrstreffen zum Thema: „Varroa“

Der aktuell verbreitete Umgang mit der Varroamilbe basiert auf deren „Bekämpfung“. Die dafür verwendeten „Bienenarzneimittel“, wie synthetischen Pestizide oder – wie auch in der Ökoimkerei praktiziert – mit organischen Säuren und Thymol schwächen oder schädigen auch das Bienenvolk selbst. Gibt es zu diesem Säurebekämpfungskonzept alternative Ansätze im Umgang mit der Varroa? Wie könnten solche Konzepte entwickelt werden oder aussehen? Was wurde bereits versucht und mit welchem Erfolg? Diesen und anderen Fragen wollen wir an diesem Tag nachspüren.

Referenten:
Dr. med. Ralf Höling, Imker und Arzt aus München wird uns in seinem Vortrag Beispiele varroatoleranter Bienenpopulationen auf der ganzen Welt vorstellen und was wir von diesen lernen können.
Norbert Poeplau, Imkermeister bei Mellifera e.V. stellt uns aktuelle und bereits abgeschlossene Varroaprojekte, die an der Fischermühle untersucht wurden, vor. Aber auch seine Gedanken, was sinnvolle Zielsetzungen im Zusammenhang Bienenvolk und Varroa in der Zukunft sein können, kommen zur Sprache.
Carmen Grimbs, Demeterimkerin aus München beschreibt in einem weiteren Beitrag das in ihrer Imkerei praktizierte Varroabehandlungskonzept.

Viel Zeit ist auch für eine Diskussion mit den Referenten im Plenum eingeplant, als auch für Gespräche, Diskussionen und den Erfahrungsaustausch untereinander.

Dieses Jahr planen wir eine Ausstellung zum Thema „Der/dem ImkerIn liebstes Ding“
In jeder Imkerei gibt es das besondere Werkzeug. Ausgedacht oder weiterentwickelt um unsere Arbeit mit den Bienen zu erleichtern… z.B. eine besondere Tragehilfe, alternative Werkzeuge aus anderen Branchen, der ultimative Magazinboden mit garantierter Raumerweiterung, Werkzeuge für vegane Bienen. Wir wollen unsere Erfahrungen weitergeben und bringen unsere „Eigenentwicklungen“ mit und zeigen sie her. Wäre schön, wenn viele etwas dazu beitragen könnten. Damit wir koordinieren können, bitte bei Andreas Bock melden.

Neben dem altbewährtem Infostand und der Buchausstellung möchten wir dieses Jahr eine Bücherflohmarkt für eure nicht mehr benötigte Bienen-/Imkerbücher anbieten.
Die Schulküche verpflegt uns in bewährt sehr guter Weise in den Kaffeepausen und beim gemeinsamen Mittagessen.

Der Unkostenbeitrag beträgt für die Tagung incl. Verpflegung 30,- € (Demeter-Mitglieder 25,- € – bitte Nachweis mitbringen), Kuchenspenden werden wieder gerne entgegengenommen.
Bitte meldet Euch verbindlich bis Freitag, 19.02.2016 an (aufgrund der Raummöglichkeit nur begrenzte Teilnehmerzahl möglich)
Gerne könnt ihr auch Menschen mit Vorkenntnissen der Demeterimkerei mitbringen. Wir freuen uns auf Euer Kommen und auf eine lebendige Tagung!

Anmeldung bis 19.2.2016 bei:
Christian Sedlmair 08348-9769950 honig@allgaeubiene.de
Hannes Gerstmeier 08248/1429, demeter-bienenberatung-bayern@arcor.de

Organisation/Koordination Ausstellung und Bücherverkauf:
Andreas Bock
0179-4928135 andreas.bock@demeterimkerei.de
Tagungsort:
Freie Waldorfschule Landsberg/Lech Münchnerstraße 72, 86899 Landsberg am Lech
Anreise Auto:
an der A 96, Ausfahrt Landsberg/Ost, erstes Gebäude links
Begrenzte Anzahl Parkplätze bei der Schule. Als Alternative könnt ihr auf dem Parkplatz gegenüber des Doit-Baumarktes parken. Am Kreisel neben der Waldorfschule nicht Richtung Waldorfschule abbiegen sondern weiter Richtung Landsberg, nach 50 m an der nächsten Kreuzung rechts abbiegen und nochmals rechts in den Doit Parkplatz (keine 5 min zur Waldorfschule).
Anreise Bahn:
Abholmöglichkeit Bahnstation Kaufering möglich – bitte bei Anmeldung angeben

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Wabenhonig auf dem Bauernmarkt

mein Honigstand neben einem Allgäuer Käsestand

mein Honigstand neben einem Allgäuer Käsestand

Jeden Samstag Vormittag von 8 Uhr bis 13 Uhr bin ich mit einem Verkaufsstand auf dem Münchner Bauernmarkt vor der „Pinakothek der Modernen“ an der Türkenstraße. Naja, nicht ganz. In den Sommerferien war es zu heiß für den Honig. Auch jetzt, wenn es sehr kalt ist (Minusgrade) kann es vorkommen, dass ich hinter dem Ofen sitze.

Ansonsten gibt es meistens die ganze Palette an Bienenprodukten.

Wo Bienen wohnen ist Gesundheit

  • Honige aus Stadt und Land von 230gr bis 1kg
  • Kerzen von befreundeten ImkerInnen und aus eigener Herstellung
  • natürliche Hautbalsame und Propolisprodukte
  • und seit dem Weihnachtsgeschäft Honigwabenstücke.

Eine Delikatesse, die in unseren Breitengraden viel zu wenig bekannt ist.Heute Wabenhonig

Alles begann vor Weihnachten. Zu Beginn der Honigsaison bot ich frischen Wabenhonig an  und lagerte einige Honigwaben für die Wintersaison ein. Ein Standbesucher sprach mich an, wie das gemeint ist: Wabenhonig auf Bestellung. So kamen wir ins Gespräch. Ich entwickelte für ihn eine mögliche Geschenkverpackung für Weihnachten.
Er erzählte mir, daß die Beschenkten hellauf begeistert waren. Zusätzlich wanderte eine komplette Honigwabe zu einem Kärtner Hotel ans Frühstücksbüfett.

Aus dieser Erfahrung heraus gibt es, solange der Vorrat reicht, ab diesem Jahr Wabenhonigstücke abgepackt.

Wabenhonig gebettet auf Demeter-Heu

Wabenhonig gebettet auf Demeter-Heu

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Das Verschwinden der Honigbiene

 

von Johanna von Halem

Das Verschwinden der Honigbiene leistet einen beispiellosen Beitrag zur ökologischen Verunsicherung der Bevölkerung Europas. Bei keinem anderen Wildtier erzeugt der Kampf ums Überleben einen vergleichbaren medialen Aufschrei, ist die Biene ja nicht nur für unsere Wirtschaft unverzichtbar, sondern auch maßgeblich für unser Überleben. Dieses kleine Tier hat die Entwicklung der Menschheit mitgeprägt, ihr die Intelligenz der Natur auf vielerlei Weisen vor Augen geführt. Umso schmerzlicher ist, daß wir dem Aussterben der Honigbiene, sowie 52% unserer Wildbienenarten, weitgehend hilflos gegenüberzustehen scheinen. Zuletzt öffnet ihr Verschwinden den Blick für die Komplexität unseres Ökosystems Erde. Hier hängt das Überleben einer Spezies an einem dynamischen Geflecht, bestehend aus beständigem Austausch zwischen/unter Lebewesen und deren Umwelt. Der Gesamtmechanismus Leben besteht also aus einer Vielfalt ineinander übergreifender Lebensgrundlagen. Wird eine davon geschädigt oder isoliert, sind die Konsequenzen weitreichend.

Es ist wohl die größte Herausforderung unserer Zeit, stattdessen dieses Gefüge ganzheitlich wahrzunehmen. Wir sehen unsere Kulturlandschaft zerschnitten im steten Konflikt zwischen Nützen und Schützen. Beinahe jeder Blühstreifen ist ein erzwungener Kompromiss zwischen den Interessen von Landwirten und Imkern. Währenddessen verschwinden ganze Habitate durch strukturelle Vereinheitlichung der Landschaft und letzte Nahrungsquellen durch Ausmerzung von Wildkräutern durch Dünger und Herbizide auf Grünflächen.

Dabei ist es doch die Vielfalt, die das Gesamtgefüge erst belastbar und dadurch nutzbar für den Menschen macht.

Schnell läßt sich beobachten, wie sich mit steigender Zahl der bewirtschafteten Tier –und Pflanzenarten das Risiko eines meist artenspezifischen Schädlingsbefalls verringert, oder wie durch Fruchtfolge anstelle von Monokulturen die Fruchtbarkeit des Bodens gestärkt wird. Vielfalt ist das Kapital jedes funktionsfähigen Ökosystems und dadurch Grundlage jeder menschlichen Zukunft.

Die Biene wiederum ist seit jeher Symbol für Zukunft, Fruchtbarkeit. Ein Drittel der weltweiten Nahrungsproduktion hängt von der Bestäubungleistung durch Wild-und Honigbienen ab. Um ihr Fortbestehen zu sichern, müßten ihre Lebensgrundlagen erhalten bleiben. Doch laut der letzten UNEP Studie werden vorraussichtlich 20 000 Blütenpflanzen ohne entsprechende Schutzmaßnahmen in den kommenden Jahrzehnten verschwinden. Das bedeutet, es gibt noch immer zu wenige Produktionsstrategien, die Ökosystemdienstleistungen mit einbeziehen. Grund hierfür ist, daß agrar-ökologische Systeme noch immer ungenügend verstanden werden. Auf diesem Gebiet herrscht großer Mangel an ganzheitlichen Forschungsprojekten, denn noch werden Aspekte der Agrarforschung weitgehend von wirtschaftlichen Interessensgruppen geleitet. Von diesen Interessensgruppen per se kann keine Objektivität erbracht werden, denn Ziel dieser Studien ist nicht, das Kapital biologische Vielfalt und ökologische Gegebenheiten nutzbar zu machen, sondern eine breite Anwendungsmöglichkeit für eine Anzahl chemischer Produkte zu eröffnen. Dafür werden Nutzlandschaften und Bewirtschaftungsmethoden vereinheitlicht . Die Landschaft verarmt. Lebensgrundlagen verschwinden. Die chronologische Abfolge biologischer Prozesse zerbricht. So finden Bienen nach der Frühjahrsblüte der Fruchtgehölze kaum noch Nahrung um sie über den Sommer zu bringen und um genügend Vorrat für den Winter anzulegen. Im folgenden Jahr gibt es weniger der wertvollen Bestäuber für Obstbäume.

Da Funktionsweisen, Interdependenzen und dadurch Folgen menschlichen Handelns noch ungenügend verstanden sind, sollten öffentliche Gelder ganzheitliche Studien fördern. Der Mangel an zukunftsorientierter, nachhaltiger Agrarforschung muss ausgeglichen werden.

Das generierte Wissen sollte an Landwirtschafts-Forst -und Imkerschulen weitergegeben werden, und nicht zuletzt der Allgemeinbildung zugeführt werden. Erst dieses Wissen ist realistisch wertebildend. Die Folgen des Verlustes eines funktionsfähigen Ökosystems werden begreifbar, was wiederum ermöglicht den Wert eines Ökosystems zu definieren. Dieser Wert ist dann nicht mehr abstrakt, sondern bildet die gemeinsame Interessensbasis von Landwirten, Imkern und auch Verbrauchern.

Hier liegt ein Regierungsauftrag. Als Steuerungsorgan der Gesellschaft, muß die Regierung Subventions-, Landwirtschafts- und Bildungspolitik in positive Synergie bringen. Dazu müssen unabhängige Gremien wissenschaftlich relevante, objektive Forschungsergebnisse in einen unabhängigen Diskurs evaluieren und umsetzten, die lokalen Gegebenheiten kennen und produktiv auf sie eingehen. Unterschiedlichste Studien weltweit beweisen schon jetzt das Potential von agro-ökologischen Ansätzen für Klimaschutz, Grundwasserschutz, Erhaltung fruchtbarer Böden, Artenschutz und nicht zuletzt für die Qualitätssteigerung der Produkte. Ökologische Kreislaufwirtschaft schont schon jetzt Ressourcen. Nachhaltiger Fortschritt erfordert immer Mut zu Investitionen, denn was heute noch billig erscheint, kann morgen unbezahlbar sein.

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Wesensgemäße Bienenhaltung

Die Imkerei kennt viele Betriebsweisen. Meine Betriebswiese, die wesensgemäße Bienenhaltung, orientiert sich an dem natürlichen Verhalten der Biene und stärkt durch bedachtes Handeln, Gesundheit und Vitalität den Bien. Ich verzichte auf den Einsatz von rückstandsbildenden Chemikalien und auf eine künstliche Selektion.
Wesensgemäße Bienenhaltung ist nichts Fertiges, sie ist kein Rezept oder gar eine Imkerei nach Vorschriften. Sie folgt einem undogmatischen inneren Leitbild, welches sich jeder nur selbst durch die Frage nach dem Wesen des Bienenvolkes erarbeiten kann. So bleibt wesensgemäße Bienenhaltung in Entwicklung. Ihre Grundsätze sind in verschiedenen Bienenwohnungen und Betriebsweisen realisierbar.
(aMellifera e.V.)
Als soziale Insekten bilden Bienen ein Ganzes, vergleichbar mit einem Organismus. Es geht nicht nur um die einzelne Biene, sondern immer auch um den gesamten Organismus. Ich versuche dem Wesen des „Bien“ *) gerecht zu werden. Dieses Wesen ist nicht einfach zu fassen. Der Bienenorganismus ist nicht klar im Raum begrenzt und hat eine wechselnde Gestalt. Die Sammelbienen fliegen viele Kilometer weit und dehnen so die Struktur des Volkes in die Landschaft hinein aus. Im Schwarm (der Geburt eines neuen Bienenvolkes) gibt es eine andere Form und Struktur, als später, wenn die Bienen ihr Wabenwerk gebaut haben. Im Sommer ist die Gestalt des Bienenvolkes ganz anders, als im Winter.
Der Schwarmtrieb bildet die Grundlage von Völkervermehrung und Zucht
Infolgedessen kann auf künstliche Königinnenzucht verzichtet werden
Auf großen Naturwaben entwickelt sich das Brutnest als geschlossene Einheit
Die Brutwaben werden als mobiler Naturwabenbau ohne Mittelwände gebaut
Jedes Volk hat soviel Drohnenbrut und Drohnen, wie es seinem Bedürfnis entspricht
Behandlung der Varroamilbe ausschließlich mit organischen Säuren
Das Winterfutter wird mit eigenem Honig und Kräutertees aufgewertet
Bienenwohnungen sind nur aus Holz.

Auf eine werterhaltende und natürliche Verarbeitung der Bienenerzeugnisse wie Honig, Wachs und Propolis wird geachtet. Der Honig wird weder beim Schleudern noch zum Abfüllen erwärmt, sondern vor dem Kristallisieren cremig gerührt und in Gläser abgefüllt.

Ich versuche die Bienen so zu halten, dass es ihren natürlichen Lebensbedingungen in freier Natur möglichst weitgehend entspricht. Eingriffe sollten auf das notwendige Minimum reduziert werden. Bienen können ihr Leben im Grunde vollkommen selbstständig organisieren. Sie treffen alle notwendigen Entscheidungen selbst: bauen ihr Wabenwerk, sammeln Vorräte für den Winter, vermehren sich über den Schwarmtrieb, heilen Krankheiten, verteidigen sich gegen Feinde usw. Aus diesen Beobachtungen sind Kriterien für die wesensgemäße Bienenhaltung abgeleitet worden: eine Bienenwohnung aus natürlichen Materialien wie Holz oder Stroh, ungeteiltes Brutnest aus Naturwabenbau, Vermehrung über den natürlichen Schwarmtrieb, Überwinterung der Bienen auf eigenem Honig und Varroabehandlung nur mit organischen Säuren.

Die Notwendigkeit einer ökologisch orientierten urbanen Landwirtschaft wird gerade am Beispiel der Bienen besonders deutlich. Ohne Imker und ihre Bienen stirbt die Landschaft. Eine gesunde Zukunft hat die Landschaft nur mit einem flächendeckenden Netz von Bienenvölkern. Diese Forderung gilt auch für den städtischen Raum. Hier finden die Bienen oft mehr Blüten als auf intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen. Urbane Landwirtschaft erzeugt gesunde Lebensmittel in der unmittelbaren Wohnumgebung, – der hier produzierte Honig gehört unbedingt dazu.
Auch als Imker kann man ohne problematische Hilfsstoffe, schädliche Medikamente und künstliche Zuchtmethoden arbeiten und dabei die Welt vom Kleinen ausgehend verbessern. Wesensgemäße Bienenhaltung achtet das ganze Bienenvolk als ein Lebewesen, pflegt und fördert es. Die Rückbesinnung auf alte imkerliche Weisheiten steht dabei im Einklang mit den Erkenntnissen moderner Biologie. Meine Arbeitsweise wird den Anforderungen ökologischer Tierhaltung gerecht und orientieren sich an den Demeter-Richtlinien.
*) Umgangssprachlich und traditionel wird der Begriff „Bienenvolk“ verwendet. Das ist sehr mißverständlich und kommt aus einer Zeit in der das Leben der Bienen als Vorbild für eine völkische Denkweise mißbraucht wurde. Die Menschen sollten so fleißig, ordentlich, strebsam und gehorsam wie die Bienen sein. Wohin das führt ist bekannt. Ich verwende daher den alten Begriff des „Biens“ oder bezeichne den „Superorganismus“(Tautz) in Anlehnung an Anglezismen als „Kolonie“.

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Hier ist mein Honig zu finden

Verkaufsstellen:


  • MÄRKTE:
  • jeden Samstag, Bauernmarkt, München-Schwabing, Türkenstraße, an der „Pinakothek der Moderne“ mit eigenem Stand
  • und Wochenmarkt an der Margarethenkirche, München-Sendling, Käsealm
    BIO-Lebensmittelläden:
  • Biomarkt am Stemmerhof, München-Sendling, Plinganserstr. 6,
  • Nico’s Naturkost, München-Westend, Katzmairstr. 38,
    Atelierladen, Cafes, Restaurant, Lokale:
  • Import&Export im Künstlerquartier, München-Neuhausen, Dachauerstr.
  • Atelierladen „siebenmachen“, München-Giesing, St. Bonifaziusstr. 20,
  • Studio Wanderlust, Cafe, Laden, Atlier, München-Schwabing, Clemensstraße 59
    HOFLÄDEN:
  • Hofladen, Assenhauser Hof, Farchach (Berg), Kirchstr. 1, Mittwoch, Freitag, Samstag
  • Hofladen in Egling/Deining der Familie Kögelsberger

Bis auf weiteres gibt es fast keinen Versandhandel.

Im Raum Rechtmehring, Haag, Wasserburg und Umgebung bis München Ost und Südost
das gesamte Chiemgau, Rosenheim, Bad Aibling, alle Gebiete bis Mühldorf und Altötting
wird mein Honig über Gemüsefee vertrieben (bitte vorbestellen).

Schutz für gefährdete Wildbienen

von Juliane Winter 23.01.2015

Das Thema Schutz für gefährdete Wildbienen ist nicht einfach. Aber allgemein für
Wildbienen etwas zu tun, ist nicht sehr schwer. Bienenhotels (aber richtig gemacht – es gibt
viel Verkehrtes, das nicht besiedelt wird) sind wohl nicht so schwer zu bauen, wenn man
handwerklich ein wenig geschickt ist. Einfach Totholz liegen lassen kann auch schon viel
helfen. Werner David hat hier ein interessantes Büchlein geschrieben, wie lebendig Totholz
ist: „Lebensraum Totholz“ von Werner David. Außerdem ließen sich, wer Gelegenheit dazu
hat, wildbienenfreundliche Pflanzen und Bäume anbauen. So ist z.B. die Weide ein Baum,
der sowohl Honigbienen als auch Wildbienen frühzeitig im Jahr reichlich Nahrung bietet.
Helmut und Margrit Hintermeier haben hierzu ein Buch geschrieben: „Die Weide – Baum
und Strauch für Tier und Mensch“. Die beiden haben auch vier Bücher herausgebracht mit
dem Titel: „Blütenpflanzen und ihre Bestäuber“. Dort kann man auch nachlesen, welche
Blüten besonders für Wildbienen (aber auch für Schmetterlinge, Vögel und sonstige
Bestäuber) attraktiv sind.
Wenn man gezielt gefährdete Wildbienen schützen will, ist das vielleicht nicht so
einfach: Oft sind vermutlich gerade die besonders gefährdeten Wildbienen auf nur eine oder
ganz wenige blühende Pflanzen angewiesen – sie suchen Pollen oder/und Nektar nicht auf
anderen Pflanzen – es ist fast wie eine enge Symbiose zwischen Wildbienenart und
Pflanzenart. Dazu kommt, dass manche Wildbienen nach wissenschaftlichen Beobachtungen
nur in einem sehr kleinen Umkreis sammeln, viel kleiner als die Honigbiene. Und außerdem
werden den Wildbienen natürlich normalerweise nicht die Brutplätze wie den Honigbienen
vorgegeben, sondern sie müssen sie sich suchen – und zwar eben oft in großer Nähe zu den
blühenden Pflanzen, die sie brauchen. D.h., damit sich eine gefährdete Art weiter vermehren
kann, müssen ganz enge Bedingungen erfüllt sein. Entsprechend hoch ist natürlich die Zahl
der Wildbienen, die als gefährdet gelten.

Paul Westrich „Wildbienen – die anderen Bienen“ schreibt S.72 (1.Aufl. 2011, hier
2014): „In den vergangenen Jahrzenten ist für viele Bienenarten ein anhaltend starker
Rückgang festzustellen. Dieser spiegelt sich in der sogenannten Roten Liste der Bienen
Deutschlands deutlich wider, deren aktuelle Fassung 293 Aten (52,6%) auflistet, die in ihren
Beständen mehr oder weniger gefährdet sind. Allein 31 Arten drohen in Deutschland ganz zu
erlöschen, falls die notwendigen Schutzmaßnahmen ausbleiben oder nicht erfolgreich sind.“
Leider ist es mit den Schutzmaßnahmen nicht so einfach für Laien, denn gerade diejenigen
Arten, die nicht einfach unkompliziert in ein Bienenhotel einziehen und sich gleich
vermehren, sind am meisten gefährdet.

„Die maximalen Flugdistanzen, die nahrungssammelnde Wildbienenweibchen zwischen
Nest und Nahrungsquellen zurücklegen können, liegen je nach Art zwischen 300 m und 1500
m.“ (S. 142, Antonia Zurbuchen und Andreas Müller „Wildbienenschutz – von der
Wissenschaft zur Praxis“)
Eine Möglichkeit wäre vielleicht, dass man sich eine oder ein paar gefährdete
Wildbienenarten vornimmt, und versucht ihnen im engen Umkreis sowohl die
entsprechenden Nahrungspflanzen anzubieten, wie auch Nistmöglichkeiten.
Von München gibt es ein kleines Heftchen vom Bund Naturschutz über die Wildbienen
in München „Bienen und Wespen in München“. Dort sind 9 Wespen , 16 Bienen und 4
Hummeln plus Honigbiene aufgeführt. Aufgefüht werden „Vorstellung einiger im Freiland
gut zu erkennender Arten…“. Es wird auch beschrieben, wo sie nachgewiesen wurden. Dieses
Heftchen gibt es auch als PDF im Internet zu sehen: „Bienen und Wespen in München“

SIND WILDBIENEN UND HONIGBIENEN NAHRUNGSKONKURRENTEN?

Sind Wildbienen und Honigbienen Nahrungskonkurrenten?. Offenbar hat das die
Wissenschaft noch nicht umfassend geklärt. Zurbuchen und Müller haben die
wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu diesem Thema zusammengetragen und
zusammengefasst. Ihr Ergebnis ist einerseits, dass hier noch viel Forschungsbedarf besteht:
„Auch nach 50 Jahren Forschungstätigkeit und der Publikation von über 40
wissenschaftlichen Untersuchungen ist der heutige Wissensstand zur Nahrungskonkurrenz
zwischen Honigbiene und Wildbienen immer noch bescheiden. Insbesondere fallen die sich
teilweise widersprechenden Forschungsergebnisse ins Auge, welche wohl häufig weniger mit
der Qualität der jeweiligen Arbeiten, sondern vielmehr mit der Auswahl der untersuchten
Wildbienenarten, der Länge des Untersuchungszeitraumes, des herrschenden
Nahrungsangebotes oder der jeweiligen Witterungsbedingungen zusammenhängen dürften.
Für den praktischen Naturschutz wäre aber insbesondere die Frage von zentraler Bedeutung,
wie hoch die Dichte blütenbesuchender Honigbienen maximal sein darf, damit das
langfristige Überleben von Populationen gefährdeter Wildbienenarten gesichert ist.
Untersuchungen zu dieser Frage führen wohl nur unter den kontrollierten Bedingungen
geschlossener Versuchskäfige zum Erfolg. Die Dichte blütenbesuchender Honigbienen auf
bestimmten Pflanzenarten hängt insbesondere davon ab, in welchem Ausmass eine
Honigbienenkolonie tatsächlich bevorzugt Massentrachten nutzt. Bei der hohen Anzahl
Arbeiterinnen eines Honigbienenvolkes ist damit zu rechnen, dass bereits durch einen
geringen Prozentsatz an „Abweichlern“, die statt Massentrachten kleine Blütenflecken oder
Einzelpflanzen nutzen, hohe Pollen- und Nektarmengen von solchen Pflanzenarten
abgezogen werden, welche für gefährdete und insbesondere spezialisierte Wildbienenarten
überlebenswichtig sind.“ S. 137
Als Ergebnis der Studien, die sie vergleichen schreibt sie:
„1. Wildbienen nutzen zeitweise zu beträchtlichen Prozentsätzen die gleichen
Pflanzenarten als Pollen- und Nektarquellen wie die Honigbiene. Bei hoher
Nahrungsüberlappung und gleichzeitig hoher Dichte kann die konkurrenzstarke Honigbiene
das Pollen- und Nektarangebot auf den bevorzugten Blüten der Wildbienen so stark
reduzieren, dass die Wildbienen gezwungen werden, auf alternative Nahrungsquellen
auszuweichen. Wenn diese alternativen Pollen- und Nektarquellen fehlen, nur in geringen
Mengen vorkommen oder verglichen mit den bevorzugten Blüten eine geringere Qualität
aufweisen, prodzuieren die Wildbienen weniger und oftmals auch kleinere Nachkommen, was
zu lokalen Bestandeseinbussen führen kann. Zusätzlich erhöht sich bei reduziertem
Nahrungsangebot die Wahrscheinlichkeit einer Parasitierung der Brutzellen, weil die Nester
aufgrund der zeitintensiveren Sammelflüge länger unbewacht bleiben.
2. Eine hohe Honigbienendichte dürfte sich kaum als Problem für die Wildbienen
erweisen, solange das Blütenangebot hoch, vielfältig und gleichmässig in der Landschaft
verteilt ist und solange Massentrachten auf Ackerflächen von blütenreichen Wiesen,
Wegrändern oder Brachen begleitet sind. Ein schädigender Einfluss durch die Honigbiene ist
dagegen dann zu erwarten, wenn ein quantitativ und qualitativ geringes Angebot an Pollen
und Nektar zu einer starken Überlappung in der Nutzung der gleichen Blüten durch Honigund
Wildbienen führt.“ (S.136)
Zurbuchen und Müller schreiben auch, dass heutzutage Wildbienen teilweise in
Ortschaften mit Gärten und Parks bessere Lebensbedingungen finden als am Land mit den
Monokulturen. Insofern könnte der ökologische Raum München durchaus für Wildbienen
wichtig sein.