Alle Artikel in: Demeter

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Auf der Biofach in Nürnberg 2016

Auf der Biofach in Nürnberg vertrat ich mit Ronald Popfinger am ersten Ausstellungstag am Stand die Demeterimker. Der erste Eindruck war ernuechternd. Gefühlt in Käfighaltung trafen wir in der Halle 7 im Demeterbereich ein. Schallschluckende Decken und Teppiche hinterlassen sofort ein dumpfes Kopfgeführ, als würde man in einem Aquarium dahintreiben. Irgendwie täuschte der Begriff Biofachmesse darüber hinweg, daß mit einem verschwenderischen Verbrauch an Resourcen ein unnützer Aufwand getrieben wird, wie bei jeder anderen Messe auch. Trotzdem ist das der Treffpunkt von ca 48000 Besuchern, internationalen Händlern, Produzentinnen, Verarbeitern und Ladnerinnen, die durch die Hallen mit 2500 Ausstellern segeln um neue Kontrakte zu schließen. Oder ehemalige Kollegen und Bekannte aus der Ökoszene treffen. Oder so tun, als würden sie eine große Ladenkette vertreten, aber sie einfach nur durchschlemmen. Roland wird von einer Gruppe aus Frankreich mit Fachfragen konfrontiert. Die Demeterimker glänzen mit einer individuellen Vielfalt im Auftritt, Honigglasgestaltung und Geschmack. Weil wir aber meist im Nebenerwerb arbeiten, heißt das auf der anderen Seite, daß es keine größeren Mengen von Bienenprodukten aus Demeter-Imkereien am Markt gibt. Eine …

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Frühjahrstagung der DEMETER-ImkerInnen in Bayern

Frühjahrstagung der DEMETER-ImkerInnen in Bayern am Sonntag, 28. Februar 2016 von 9.00 – 17.00 Uhr an der Freien Waldorfschule Landsberg/Lech Einladung als PDF zum download Die Arbeitsgruppe der Demeter-ImkerInnen in Bayern lädt recht herzlich ein zu unserem Frühjahrstreffen zum Thema: „Varroa“ Der aktuell verbreitete Umgang mit der Varroamilbe basiert auf deren „Bekämpfung“. Die dafür verwendeten „Bienenarzneimittel“, wie synthetischen Pestizide oder – wie auch in der Ökoimkerei praktiziert – mit organischen Säuren und Thymol schwächen oder schädigen auch das Bienenvolk selbst. Gibt es zu diesem Säurebekämpfungskonzept alternative Ansätze im Umgang mit der Varroa? Wie könnten solche Konzepte entwickelt werden oder aussehen? Was wurde bereits versucht und mit welchem Erfolg? Diesen und anderen Fragen wollen wir an diesem Tag nachspüren. Referenten: Dr. med. Ralf Höling, Imker und Arzt aus München wird uns in seinem Vortrag Beispiele varroatoleranter Bienenpopulationen auf der ganzen Welt vorstellen und was wir von diesen lernen können. Norbert Poeplau, Imkermeister bei Mellifera e.V. stellt uns aktuelle und bereits abgeschlossene Varroaprojekte, die an der Fischermühle untersucht wurden, vor. Aber auch seine Gedanken, was sinnvolle Zielsetzungen …

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Wabenhonig auf dem Bauernmarkt

Jeden Samstag Vormittag von 8 Uhr bis 13 Uhr bin ich mit einem Verkaufsstand auf dem Münchner Bauernmarkt vor der „Pinakothek der Modernen“ an der Türkenstraße. Naja, nicht ganz. In den Sommerferien war es zu heiß für den Honig. Auch jetzt, wenn es sehr kalt ist (Minusgrade) kann es vorkommen, dass ich hinter dem Ofen sitze. Ansonsten gibt es meistens die ganze Palette an Bienenprodukten. Honige aus Stadt und Land von 230gr bis 1kg Kerzen von befreundeten ImkerInnen und aus eigener Herstellung natürliche Hautbalsame und Propolisprodukte und seit dem Weihnachtsgeschäft Honigwabenstücke. Eine Delikatesse, die in unseren Breitengraden viel zu wenig bekannt ist. Alles begann vor Weihnachten. Zu Beginn der Honigsaison bot ich frischen Wabenhonig an  und lagerte einige Honigwaben für die Wintersaison ein. Ein Standbesucher sprach mich an, wie das gemeint ist: Wabenhonig auf Bestellung. So kamen wir ins Gespräch. Ich entwickelte für ihn eine mögliche Geschenkverpackung für Weihnachten. Er erzählte mir, daß die Beschenkten hellauf begeistert waren. Zusätzlich wanderte eine komplette Honigwabe zu einem Kärtner Hotel ans Frühstücksbüfett. Aus dieser Erfahrung heraus gibt es, …

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Das Verschwinden der Honigbiene

  von Johanna von Halem Das Verschwinden der Honigbiene leistet einen beispiellosen Beitrag zur ökologischen Verunsicherung der Bevölkerung Europas. Bei keinem anderen Wildtier erzeugt der Kampf ums Ãœberleben einen vergleichbaren medialen Aufschrei, ist die Biene ja nicht nur für unsere Wirtschaft unverzichtbar, sondern auch maßgeblich für unser Ãœberleben. Dieses kleine Tier hat die Entwicklung der Menschheit mitgeprägt, ihr die Intelligenz der Natur auf vielerlei Weisen vor Augen geführt. Umso schmerzlicher ist, daß wir dem Aussterben der Honigbiene, sowie 52% unserer Wildbienenarten, weitgehend hilflos gegenüberzustehen scheinen. Zuletzt öffnet ihr Verschwinden den Blick für die Komplexität unseres Ökosystems Erde. Hier hängt das Ãœberleben einer Spezies an einem dynamischen Geflecht, bestehend aus beständigem Austausch zwischen/unter Lebewesen und deren Umwelt. Der Gesamtmechanismus Leben besteht also aus einer Vielfalt ineinander übergreifender Lebensgrundlagen. Wird eine davon geschädigt oder isoliert, sind die Konsequenzen weitreichend. Es ist wohl die größte Herausforderung unserer Zeit, stattdessen dieses Gefüge ganzheitlich wahrzunehmen. Wir sehen unsere Kulturlandschaft zerschnitten im steten Konflikt zwischen Nützen und Schützen. Beinahe jeder Blühstreifen ist ein erzwungener Kompromiss zwischen den Interessen von Landwirten und …